Über das Glück



Das Glück liegt auf der Straße, in der Ewigkeit oder in einem Augenblick, das größte Glück sind die Kinder oder auch Geld und Erfolg. An Glücksvorstellungen kann man kulturelle und individuelle Unterschiede ablesen - will man diese menschliche Grundbedingung aber greifen, so entzieht sie sich. Und taucht unvermutet wieder auf – im Alltag, in kleinen Gegenständen, in Sammelobjekten und in scheinbar ‚unglücklicher’ Umgebung.

„Auf der Suche nach dem Glück“ – von dieser Suche berichtet die Fotogruppe, hervorgegangen aus der Fotoschule Köln. Zu sehen sind Inszenierungen, biographische Spurensuchen, verfremdete Selbstportraits, Übermalungen, Collagen – und klassische Fotos. Thematisch geht es ums Lachen, um eine in der NS-Zeit verfolgte Fotografin, um konstruierte Lebensgeschichten, um TV-Erfolg, um lebenswichtige Alltagsdinge und um den glücklichen Moment, den die Kamera einfangen soll.


Die Vernissage findet statt am

Samstag, 20. September 2008, um 20 Uhr.

im Kulturbunker Mülheim
Berliner Straße 20
51063 Köln.


Die Ausstellung "Über das Glück" ist vom 21. September bis zum 3. Oktober montags bis donnerstags von 12 bis 16 Uhr
und freitag bis sonntags von 15 bis 20 Uhr geöffnet.


Die Ausstellung wird veranstaltet im Rahmen der Internationalen Photoszene Köln
parallel zur Photokina.






2006 nahm die Fotogruppe bereits mit der Ausstellung Grenzen unserer Bilder
an der Photoszene teil.




Gangolf Bartz


Die Fotografien im ersten Teil sind das Ergebnis eines Spiels, das in der Fantasie des Fotografen angefangen hat und von Assoziationen, Gefühlen, Einschätzungen und auch Vorurteilen gegenüber den Personen ausgegangen ist. Die Modelle haben sich an der Vorbereitung zur Aufnahme aktiv beteiligt und mit der Bildidee des Fotografen auseinandergesetzt, sie verändert und ergänzt. Daraus ist jeweils eine Fotografie entstanden, die aber kein Porträt darstellt, sondern ein beinahe reines Fantasieprodukt – beinahe, denn immer scheint etwas durch, das die Beteiligten vorher so nicht wahrgenommen haben. Der Betrachter darf rätseln: Wären diese Menschen so ihrem Glück näher gekommen?

Im zweiten Teil wird die Fassade von Werbeaufnahmen aufgebrochen. Eigene Erinnerungen und auch freie Assoziationen wurden den Fotos hinzugefügt. Dadurch entsteht eine Art von Vexierbild, das den Betrachter zu einer anderen, „realitätsbezogenen“ Sichtweise und zum Nachdenken über seine Glücksvorstellungen anregen soll.


Gangolf Bartz, Jahrgang 1950, lebt in Köln. In der Fotoschule-Köln lernte er die Grundlagen fotografischer Arbeit und er beteiligte sich dort lange Jahre an der Diskussion und Weiterentwicklung fotografischer Themen und Probleme. In seinen Fotografien sucht er nach aktuellen Darstellungsformen für die Aura unserer heutigen Welt. Neben Landschaften und Stadtlandschaften setzt er sich darüber hinaus mit Bildern von Menschen auseinander. Dabei geht es sowohl um die Selbstwahrnehmung als auch um die Wahrnehmung durch andere. Er fotografiert seit 1994.


Galerie von Gangolf Bartz





Edith Buchhalter


In der Ausstellung sind Foto-Collagen und Foto-Übermalungen zu sehen, die um das Thema „Augenblicke“ kreisen. Meist ist der Ausgangspunkt der Bearbeitung ein glücklicher Moment, in denen der Fotografierende zum Beispiel sagt: „Ach ist das schön. Ich mache ein Foto. Schau doch mal in die Kamera.“ Und schon ist der Moment verschwunden und was bleibt, sind typische Posen, ein Lächeln vor dem Denkmal, ein Strahlen mit dem Kind auf dem Arm oder die neue Kette wird erfreut vorgezeigt. Glück ist im Moment zu haben – aber wenn es festgehalten wird, geht es verloren. Durch die Bearbeitung und assoziative Verknüpfung der Fotografien mit anderen Materialien wird der Bildcharakter der Glücksmomente hervorgehoben – der jeweilige Moment kann aufgebrochen werden und tritt mit sich selbst ins Gespräch. Der Betrachter ist dabei auf seine eigenen Assoziationen angewiesen, um in einen Entschlüsselungsprozeß der Bilder vom glücklichen Moment einzutreten – aber wird der glückliche Moment dadurch faßbarer?

Die Arbeiten von Edith Buchhalter entstammen der Werkreihe „Maria“. Ein unbekanntes, aber definitiv reales Leben wird auf Bilder hin untersucht. Maria lebt(e) im Ruhrgebiet und Rheinland, hat(te) mindestens zwei Kinder und ist, falls sie noch lebt, zur Zeit ca. 75 Jahre alt. Die erhaltenen Schnappschüsse aus ihrem Leben sind Material und Projektionsfläche für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Zeit, Geschichte, Biographie, mit Deutschland, dem Wald, Weindörfern und Gardinenstoffen, mit Müttern, Vätern und Großeltern – und mit Fotografie, die nicht existiert ohne Malerei.


Edith Buchhalter, Jahrgang 1960, lebt und arbeitet in Köln. Neben ihrer Tätigkeit in eigener psychotherapeutischer Praxis arbeitet sie nach fotografischen und künstlerischen Fortbildungen seit 2000 auch künstlerisch.


www.edith-buchhalter.de

ebuchhalter@netcologne.de




Uwe Müller


"DSDS"

Ich oder er, gehen oder bleiben, Star oder nicht Star, TED 100.000 mal pro Minute, der Moment vor dem Voting. Daumen hoch, Daumen runter, per Maus Klick, Spannung auf die Spitze getrieben, Publikum und Akteure gepuscht. Ein Moment vor dem Glück, noch mal heraus gezögert und zigmal von Werbung unterbrochen, bis an die Grenze des Erträglichen. Emotionen, weinen, schreien, strampeln, treten, getreten werden, moderne Gladiatoren und doch so zerbrechlich.


Uwe Müller, Jahrgang 1963, wuchs in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) auf. 1985 wurde er Mitglied in der Betriebsfotogruppe des Stahlwerkes Eisenhüttenstadt und beteiligte sich an Fotoschauen und Wettbewerben im ehemaligen Bezirk Frankfurt/Oder und der ehemaligen DDR. Von 1989 bis 1991 war Uwe Müller freier Fotograf bei der "Märkischen Oderzeitung" in Eisenhüttenstadt. Zwischen 2001 bis 2004 nahm er an Kursen (Bildgestaltung, Autonome Fotografie, Porträt, Kreatives Blitz-Licht, Arbeitsgruppe 2) der Fotoschule-Köln bei Oliver Rausch teil. Seit 2003 folgten regelmäßig Ausstellungen in der Stadtgalerie Niederkassel, im Rathaus Köln-Porz, in der Fotoschule-Köln und im Rathaus Leverkusen. 2006 dann "Grenzen unserer Bilder - Grenzen unserer Welt" als Gemeinschaftsausstellung im Rahmen der Photoszene Köln sowie 2008 in der Ostkreuzschule für Fotografie und Gestaltung Berlin Meisterklasse Arno Fischer.


www.fotografie-uwemueller.de

uwe-mueller@netcologne.de




Ingrid Schreiber


Das Glück von Yva, einer Gebrauchs- und Modefotografin, einer Schöpferin von Bildgeschichten, wurde, weil sie Jüdin war, von den Nazis brutal zerstört: Ende 1938 musste sie ihr erfolgreiches Atelier, in dem auch Helmut Newton in die Lehre ging, wegen des herrschenden Arbeitsverbotes schließen. Es folgten 1941 die Zwangsarbeit und 1942 die Deportation nach Majdanek, wo sie höchstwahrscheinlich ermordet wurde.

2007/2008 bin ich auf die Spurensuche nach ihr an den Ort gegangen, wo Yva von 1932 bis 1938 gelebt und gearbeitet hat, in der Schlüterstraße 45 in Berlin (heute “Hotel Bogota“).


Ingrid Schreiber, Jahrgang 1960, lebt und arbeitet seit 1987 in Köln. Ihre Stationen bis dahin waren Kelheim an der Donau, Regensburg, Nürnberg, Nîmes, München, Aachen und die Philippinen. Seit 2001 nimmt sie jährlich an der Internationalen Photo-Unikat-Postkarten Aktion (IPUPA) in Hamburg teil, die von Carmen Oberst initiiert wird.
(www.ifupa.com)


schreiber.ingrid@freenet.de




Nicole Wustrack


"Lachen ist die beste Medizin"

Lachen ist gesund. Sagen die Mediziner. Es stärkt das Immunsystem, entspannt, macht glücklicher. Das sagen auch die Anhänger von weltweit ca. 3000 Lachclubs  Und es werden mehr. Basierend auf der Lehre des indischen Arztes Madai Kataria praktizieren auch hierzulande viele Menschen Lach-Yoga in wöchentlichen Treffs und Seminaren. Auch viele großen Firmen machen sich die positive Wirkung des Lachens zu nutze und lassen ihre Mitarbeiter gezielt lachen.Der deutsche Lach-Yoga-Verband bildet Lach-Yoga-Therapeuten aus.

Ich habe mich umgeschaut und kam sehr heiter von meinen Fototerminen zurück


Nicole Wustrack, Jahrgang 1972, Diplom-Sozialpädagogin mit dem Schwerpunkt Fotopädagogik, seit 1999 Bildredakteurin in einer Kölner Fotoagentur. Leidenschaftliche Fotografin. Seit 2000 Ausstellungsbeteiligungen u.a. Ignis Köln, Galerie Hexagone Aachen, Kulturbunker Mülheim


www.im-augenblick.de

nic@im-augenblick.de




Damian Zimmermann


Für seine aktuelle Serie "When we were very young" stöbert Damian Zimmermann in alten Fotoalben und stößt dabei auf Familienmitglieder, Freunde, alte Bekannte, vollkommen Fremde - und natürlich sich selbst.

Gleichzeitig sieht Zimmermann die Abgebildeten plötzlich durch ganz andere Augen - schließlich ist er heute genauso alt wie es viele Personen auf den Bildern damals waren und fühlt sich ihnen trotz oder gerade wegen des Abstandes von rund 30 Jahren, heute näher denn je. Mit dem Blick durch die Kamera erwachen die alten Bilder zum neuem Leben, beginnen Geschichten zu erzählen und miteinander zu kommunizieren.


Damian Zimmermann, Jahrgang 1976, lebt in Köln. Er arbeitet als Journalist und Fotograf u.a. für den Kölner Stadt-Anzeiger, das Alexianer-Magazin, Prinz und Artnet. Seine Schwerpunkte sind die Konzept- und Porträtfotografie.


www.damianzimmermann.de

info@damianzimmermann.de




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